Reisen

Mit dem Bulli ins Allgäu

Endlich Urlaub mit dem Bulli! Was für April geplant war, findet nun endlich und tatsächlich statt! Der Urlaub war als Probefahrt gedacht, um herauszufinden, ob ein VW California wirklich was für uns ist. Nachdem wir letztes Jahr mit einem 6 m Kastenwagen drei Wochen in Norwegen unterwegs waren und vom „Vanlife“ angefixt waren, hat sich die Idee entwickelt, dass uns ein VW California gut gefallen könnte. Er ist alltagstauglicher als ein Kastenwagen, hat aber auch Nachteile – Stichwort „schmales Bett“ und „fehlende Toilette“. 

Deswegen soll dieser Urlaub unser Praxis-Test sein, in dem wir herausfinden wollen, ob wir uns tatsächlich ein solches Fahrzeug kaufen. Dafür haben wir bei roadsurfer.de für eine Woche einen VW T6 California Ocean gemietet. 

Abholung

Am frühen Nachmittag können wir den Bulli bei Roadsurfer in Dormagen abholen. Als wir ankommen, stehen dort ungefähr 15 Bullis auf dem Hof, in allen möglichen Farbkombinationen. Einer ist grau-mintfarben … das wäre nicht unbedingt meine favorisierte Farbkombination. Was soll ich sagen … natürlich ist das „unser“ Bulli. Kurzes Schlucken, aber nach einem Tag hat man sich an die Farbe gewöhnt. 

Unser Bulli von Roadsurfer für die nächsten Tage

Nach einer kurzen, unkomplizierten Übergabe und Einweisung geht es schnell nach Hause. Wir haben vorher schon alles, was wir mitnehmen wollen, im Flur gestapelt. Jetzt also schnell alle Kisten und Taschen in den Bulli packen und los gehts! 

Wir fahren ca. 75 km bis zum Camping Eisenbachtal in Girod bei Montabaur. Der Campingplatz liegt sehr schön in der Natur, hat große Stellplätze, die mit Hecken voneinander abgetrennt sind. Die Sanitäreinrichtungen sehen zwar etwas älter aus, sind aber supersauber und top gepflegt. Nachdem wir den Bulli abgestellt haben, drehen wir erstmal eine Runde um das Biotop und durch den angrenzenden Wald. 

Stellplatz auf dem Campingplatz Eisenbachtal

Nach einem schnellen Abendessen im benachbarten Restaurant haben wir noch genügend Zeit am Abend, um uns den Bulli in Ruhe anzuschauen. Wenn wir uns nach dem Urlaub für den Kauf eines Bullis entscheiden, soll es ein T6.1 werden. Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob ein Coast oder ein Ocean. Der Ocean hat den Komfort eines elektrohydraulischen Aufstelldachs, das aber wohl leider auch anfällig ist. Daher die Überlegung, ob es nicht lieber ein Coast mit manuellem Dach, aber ansonsten gleicher Ausstattung wie ein Ocean, werden soll. Das manuelle Dach werden wir aber nochmal bei einem Bulli-Händler testen. 

Wir haben auf jeden Fall schon auf den ersten paar Kilometern gemerkt, dass der Motor mit 150 PS absolut ausreichend sein wird. Rasen kann man so einer Schrankwand sowieso nicht. Eine normale Reisegeschwindigkeit von 120 – 130 km/h lässt sich ganz entspannt fahren, und bei Bedarf sind noch ein paar km/h mehr drin. 

Fahrt ins Allgäu

Die erste Nacht im Bulli war super. Wir haben gut geschlafen, das Bett ist auch nicht zu schmal, wie Denis es befürchtet hat. Und auch die Lösung mit dem Porta Potti im Duschzelt, draußen neben dem Bulli, hat den Test bestanden. Somit bin auch ich beruhigt.  

Die WC-Lösung

Nach dem Frühstück packen wir alles zusammen und fahren los. Unser Ziel Hopfen am See liegt ca. 480 km weiter südlich. Nach 7 Stunden Fahrt kommen wir im Regen an. Und es hört auch den Rest des Tages nicht mehr auf. 

Camping Hopfensee liegt direkt am gleichnamigen See. Wir bekommen einen schönen, für den Bulli ordentlich großen Stellplatz.

Unser Stellplatz auf dem Campingplatz Hopfensee

Abends wollen wir auf eine Pizza ins Campingplatz-Restaurant. Die Idee hatten aber wohl noch viele andere, so dass wir leider keinen Tisch mehr bekommen, die Pizza aber mitnehmen können. Anschließend räumen wir noch ein bisschen unsere Sachen im Bulli hin und her, und das war‘s für den Tag. 

Füssen und rund um den Hopfensee

Es ist ziemlich trüb, Nieselregen hängt in der Luft – kein Tag zum Wandern. Deshalb fahren wir erstmal nach Füssen und schauen uns die historische Altstadt mit den vielen kleinen Gassen und kunstvoll restaurierten Häusern an. Wir gehen zum Hohen Schloss, das über der Stadt thront, mit seinen Illusionsmalereien. Warum sollte man Erker bauen, wenn man sie auch aufmalen kann?! Danach besichtigen wir noch die unterhalb des Schlosses gelegene Basilika St. Mang. Prachtvolle Wandmalereien und viel Gold an Decke, Wänden und Figuren. 

Illusionsmalereien am Hohen Schloss
Figur in der Basilika St. Mang

Nachdem wir in einer Bäckerei regionale Spezialitäten in Form von Leberkas-Semmeln erstanden haben, machen wir noch einem Abstecher zum FOC Füssen Outlet Center. Hier sind viele Outdoor-Marken vertreten, aber die Preise lohnen sich nicht wirklich. 

Also wieder ab auf den Campingplatz und den Bulli abstellen. Das Wetter ist mittlerweile besser geworden, so dass wir eine Runde um den Hopfensee gehen können. Auf ca. 7 km geht es erst durch einen kleinen Wald. Am Wegrand stehen immer wieder aus Baumstämmen gesägte Tierfiguren. Dann führt der Weg vorbei an sumpfigen Gebieten mit viel Schilf, und anschließend über die Uferpromenade durch Hopfen. 

Holzfigur am Rundweg um den Hopfensee
Abendstimmung am Hopfensee

Den Abend lassen wir in einem der Restaurants an der Uferstraße von Hopfen ausklingen.

Breitenberg, Pfronten

Nachdem gestern alle Bergspitzen im Nebel gehangen haben, sind heute alle Gipfel der Umgebung in voller Pracht zu sehen. Strahlend blauer Himmel, nicht eine Wolke am Himmel, angenehm warm – das perfekte Wetter zum Wandern! Nach dem Frühstück im Freien fahren wir nach Pfronten-Steinach. Hier nehmen wir erst die Bergbahn und dann den Sessellift auf den Breitenberg bis auf 1.670 m.

Blick vom Breitenberg

Wir laufen unterhalb des Aggenstein entlang und erreichen nach ca. 45 Min. die bei der Mittelstation gelegene Hochalphütte auf 1.509 m. Hier gibt es erstmal eine Brotzeit mit Würstl und Spezi.

Download file: Breitenberg_Hochalphuette.gpx

Der Aggenstein
Die heimische Tierwelt

Danach geht es weiter bergab, über breite Ziehwege, bis zum Einstieg in die Reichenbachklamm.

Hier geht’s lang

Der Weg ist sehr steil, felsig und an vielen Stellen rutschig. Aber es macht Spaß, da runter zu steigen! Immer wieder gibt es kleine Aussichtspunkte mit Blick auf die vielen kleinen Wasserfälle, die die Felsen herunterstürzen.

In der Reichenbachklamm

Nach insgesamt ca. 2 1/2 Stunden kommen wir wieder an der Talstation auf 840 m an wo unser Bulli brav auf uns gewartet hat. Eine tolle Wanderung!!!

Download file: Hochalphuette_Talstation_Breitenbergbahn.gpx

Abends haben wir uns dann ein paar Würstchen und Schnitzel vom Einweggrill mit Nudelsalat – im Bulli zubereitet – verdient.

Tegelberg, Schwangau

Auch heute ist das Wetter wieder traumhaft. Unsere heutige Wanderung führt uns auf den Tegelberg. Die Talstation der Tegelbergbahn liegt in Schwangau, und der Weg dorthin führt uns in der Nähe von Schloss Neuschwanstein vorbei. Ein Blick im Vorbeifahren reicht aber aus – es zieht uns nicht wirklich dorthin. Die Seilbahn bringt uns bis auf 1.730 m Höhe. Hier oben ist ein großer Startplatz für Drachen- und Gleitschirmflieger. Aber leider möchte im Moment niemand starten.

Startvorbereitungen am Tegelberg

So genießen wir die Sicht über die Berge und Seen, bevor wir uns auf den Weg machen. Wir schlagen den Kulturpfad Schutzengelweg ein, nehmen aber nach der Rohrkopfhütte den Umweg über die Drehhütte.

Download file: Tegelberg_Drehhuette.gpx

Auf dem Weg zur Rohrkopfhütte

In der Drehhütte legen wir eine Pause ein, denn es ist mittlerweile schon nach 13 h und wir haben Hunger. Da helfen ein leckerer Kaiserschmarren und eine Spezi, und die Welt ist in Ordnung. Leider ist der Weg von der Drehhütte ins Tal nicht so schön, da er hauptsächlich über die asphaltierte Fahrstraße führt. Wahrscheinlich hätten wir doch besser den Abstieg von der Rohrkopfhütte durch den Wald genommen. Aber egal, nach insgesamt gut 900 Höhenmetern Abstieg kommen wir wieder auf 830 m an. 

Download file: Drehhuette_Talstation_Tegelbergbahn.gpx

Blick vom Tegelberg über den Hopfensee und Bannwaldsee
Allgäu-Idylle

Die Waden und Oberschenkel brennen jetzt auch ganz gewaltig. Zwei Tage praktisch nur bergab wandern machen sich dann halt doch bemerkbar. 

Aber Hauptsache, wir schaffen abends noch den Weg ins Restaurant Maucher’s, ganz in der Nähe des Campingplatzes. Unser letzter Abend in Füssen endet mit wunderbarer regionaler Küche in netter Atmosphäre. 

Reutte und Oberrot

Theoretisch könnten wir noch einen Tag in Hopfen am See bleiben, aber wir möchten noch eine andere Form des Campings ausprobieren. Nicht nur große, organisierte Plätze mit komfortablen Sanitäranlagen, Einkaufsmöglichkeit etc. Deshalb haben wir über vansite.eu eine Nacht auf einem privaten Stellplatz gebucht. Der Platz liegt in der Nähe von Schwäbisch Hall, mitten auf dem Land. 

Aber bevor wir dorthin fahren, müssen wir noch einen Ausflug ins Nachbarland Österreich machen. Direkt hinter der Grenze in Reutte befindet sich mit „The Bullishow“ Europas größtes VW-Bus Zentrum. Wenn wir schon in der Nähe sind, müssen wir uns die Ausstellung auf jeden Fall anschauen. Und natürlich auch ein Angebot für einen T6.1 Coast machen lassen. Denn wir haben uns in den letzten Tagen entschieden, dass wir einen Bulli haben möchten.

„The Bullishow“ in Reutte

In der Ausstellung können wir nochmal alle Details wie Farbe, Felgen, Sitzbezüge, Radio etc. anschauen. Im Großen und Ganzen wissen wir, was wir an Ausstattung haben möchten, aber es ist hilfreich, alles nochmal live zu sehen.

VW T1 und T2
Die aktuelle Generation des VW California

Jetzt geht es aber tatsächlich Richtung Norden bis zum Stellplatz in Oberrot, in der Nähe von Schwäbisch Hall. Wir werden sehr freundlich empfangen und können unseren Bulli auf einer Wiese mit Blick über die umliegenden Wiesen, Wälder und Felder abstellen. Was für eine Ruhe! Man hört nichts außer ein paar Vögeln sowie die Pferde auf der angrenzenden Koppel.

Malerisches Kleinod in der Nähe von Schwäbisch Hall

Zu dem Stellplatz gehört ein eigens dafür gebautes kleines Blockhaus mit WC, Badewanne und Waschbecken, mit einem wunderbar entspannenden Blick über die Wiesen.

Abends kochen wir ein paar Nudeln mit Sahnesauce und Lachs im Bulli und genießen unser Abendessen draußen im Sonnenuntergang.

Der letzte Abend

Wieder zuhause

Leider müssen wir heute nach Hause fahren. Der Stellplatz kommt aber definitiv auf unsere Liste der Ziele, die wir gerne nochmal ansteuern würden. Und ich wette, dass wir auch noch weitere, bei vansite.eu angebotenen Plätze testen werden. Das Konzept der kleinen, privaten Stellplätze in schöner Umgebung gefällt mir sehr gut. Das ist die Art von „Vanlife“, wie ich es mir mit unserem eigenen Bulli vorstelle.

Tschüss, roadsurfer-Bulli

Nach einer Woche müssen wir den Bulli wieder bei roadsurfer.de in Dormagen abgeben. Aber die Entscheidung für einen eigenen Bulli ist definitiv gefallen.

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