Reisen

Frankreich – Île de Ré und Normandie

Nachdem wir nun gut fünf Wochen in Portugal verbracht haben (der Beitrag zur Algarve und dem Alentejo folgt noch), geht es so langsam wieder zurück in Richtung Heimat. Durch Spanien fahren wir mit zwei kurzen Stopps in Alba de Tormes und in Arbizu, da unser nächstes Ziel die Pyrenäen sind. Leider ist das Wetter dort nicht besonders gut. Entweder regnet es oder es ist sehr heiß. Also beschließen wir in die Bretagne zu fahren. Aber auch dort das Wetter immer schlechter. Es muss ein neuer Plan her…

Und der neue Plan heißt Île de Ré! Den Tipp hierfür hatten wir von einem belgischen Paar bekommen, das wir auf dem Campingplatz in Salema kennengelernt haben.

Vorher stoppen wir noch für eine Übernachtung auf dem netten kleinen Campingplatz „Camping à la Ferme Carrique“ in Alos-Sibas-Abense (Frankreich).

Unser Stellplatz in Alos-Sibas-Abense

Île de Ré

Auf der Île de Ré ist das Wetter gut und die Insel liegt sogar grob auf der Route nach Hause. Nach knapp 500 Kilometern und einer Fahrt über die lange Brücke (die übrigens 16 Euro Maut kostet!) von La Rochelle erreichen wir bei bestem Wetter wieder den Atlantik.

Diese Brücke verbindet die Île de Ré mit dem Festland (das Bild haben wir auf der Rückfahrt gemacht)

Es gibt etliche Campingplätze auf der Insel, aber leider hat die Hauptsaison gerade begonnen. Und so ist der erste Platz, den wir ansteuern, auch schon voll. Aber so ziemlich in der Mitte der Insel befindet sich Camping Municipal Le Remondeau in La Couarde-sur-Mer. Und da gibt es noch Plätze. Also schnell für zwei Übernachtungen eingecheckt.

Wir entscheiden uns für ein schattiges Plätzchen unter Pinien und machen noch einen kleinen Spaziergang zum Strand und in den Ort. Denn das ist hier der Vorteil: wir haben den Strand in ca. 100 Meter Entfernung sowie Restaurants und einen Supermarkt in ca. 500 Metern.

Der Strand in La Couarde-sur-Mer

Geplant sind eigentlich nur zwei Übernachtungen und dann die Weiterfahrt in die Bretagne. Aber nachdem wir bereits ausgecheckt haben und schon auf dem Weg zur Brücke sind, entscheiden wir spontan, noch länger zu bleiben. Da das Wetter in der Bretagne immer noch schlecht ist, fällt uns die Entscheidung sehr leicht.

Also klappern wir ein paar Campingplätze im Osten der Insel ab, aber entweder sind die voll oder gefallen uns nicht. Kurzentschlossen fahren wir wieder zurück zum ersten Platz und ergattern den letzten Stellplatz. Diesmal in der Sonne. Und wir bleiben für weitere drei Tage hier.

Unser Stellplatz in der Sonne

Die Île de Ré ist zwar maximal 5 Kilometern schmal, aber dafür mit 30 Kilometern recht breit. Die Insel zu Fuß zu erkunden ist daher nicht so einfach. Also mieten wir uns an einer der vielen Stationen Fahrräder für zwei Tage. Und damit wir auch die komplette Insel zu sehen bekommen, werden es E-Bikes.

Damit kommen wir am ersten Tag über Saint-Martin-de-Ré bis zum östlichen Ende der Insel. Saint-Martin ist der Hauptort, und rund um den kleinen Hafen gibt es viele nette Restaurants und Geschäfte.

Der Hafen von Saint-Martin-de-Ré

Am östlichen Ende der Insel befindet sich das 1574 aufgegebene Kloster Notre-Dame-de-Ré, das eine Zeit lang sogar als Landmarke für die Schifffahrt diente.

Klosterruine Notre-Dame-de-Ré

Der nächste Tag führt uns mit den Rädern in den Westen der Insel. Dort befindet sich der Leuchtturm Phare des Baleines. Seinen Namen “Leuchtturm der Wale“ verdankt der Turm der Tatsache, dass in der Vergangenheit häufiger Wale an genau dieser Stelle strandeten.

Der Leuchtturm der Wale

Insgesamt ist die Île de Ré wirklich traumhaft schön. Es gäbe noch so viel mehr zu entdecken, aber wir wollen noch ein bisschen weiter in den Norden.

Asnières-en-Bessin

Die Normandie hatten wir ursprünglich mal als ersten Stopp der Reise vorgesehen. Aber wir haben uns dann doch anders entscheiden. Nun wird die Normandie unser letzter Stopp auf unserer Süd-Tour sein. Und schon bei der Planung unserer Tour ist uns der kleine Campingplatz Ferme Hay Day aufgefallen. Betrieben wird der Platz von einem niederländischen Paar, welches einen alten Hof mit sehr viel Liebe zum Detail zu einem gemütlichen Ort für Camper gestaltet hat. Man steht, ähnlich wie auf holländischen Mini-Campings, nicht in Parzellen, sondern entlang einer Hecke im großen Kreis. So hat jeder viel Platz. Dazu kommen sehr gute Sanitäranlagen, bei denen auch wieder auf viele kleine Details geachtet wurden. So hat man viele Teile, die bei der Renovierung eines alten Hofes anfallen, wiederverwertet. Der Waschtisch ist zum Beispiel eine alte Werkbank. Und die Türen von Duschen und WCs sind alten Stalltüren nachempfunden.

Abendstimmung auf der Ferme Hay Day

Und das allerbeste: manchmal kann man Essen vorbestellen. Wir haben Glück und kommen in den Genuss eines tollen gegrillten Hähnchens mit Kartoffeln und Apfelmus.

Vierville-sur-Mer

Der Campingplatz liegt ganz in der Nähe des Örtchens Vierville-sur-Mer. Und dieser kleine Ort liegt am Omaha-Beach, dem Strand, an dem die Alliierten im Juni 1944 am D-Day in Europa gelandet sind. Natürlich ist es ganz interessant, an diesem geschichtsträchtigen Ort zu stehen.

Omaha-Beach in Vierville-sur-Mer

Allerdings ist hier schon alles sehr stark auf vor allem amerikanische Touristen ausgelegt. Aber auch wir können uns dem nicht ganz entziehen und besuchen das Omaha-Beach Museum, welches viele Original-Stücke aus dem zweiten Weltkrieg gesammelt hat und in einem ehemaligen Lazarettgebäude untergebracht ist.

Aussenwand des Museums am Omaha-Beach

Der Ort selber ist sehr beschaulich und sieht tatsächlich genau so aus, wie man einen kleinen Ort in der Normandie erwarten würde. Häuser und Mauern sind meist aus Naturstein und die Straßen sind eng und klein.

Vierville-sur-Mer

Apropos Mauern: hier sind teilweise noch deutliche Spuren des Krieges zu finden.

Mauer mit Spuren des Krieges

Bayeux

Der nächste größere Ort, etwa zwanzig Minuten Fahrzeit mit dem Bulli entfernt, ist Bayeux. Dort findet genau an diesem Wochenende ein Mittelalterfest statt, das wir natürlich besuchen. Es ist sogar das drittgrößte Festival dieser Art in Frankreich. Wir schlendern über den mittelalterlichen Markt und besichtigen die Stadt.

Marktstände rund um die Kathedrale

Sicher das Highlight ist die Kathedrale Notre-Dame de Bayeux. Obwohl schon über tausend Jahre alt, sieht sie mit ihrem hellen Stein fast wie neu aus. Auch innen präsentiert sich die Kathedrale, trotz des gotischen Stils, sehr hell und freundlich. Und passt natürlich hervorragend zum drumherum stattfindenden Mittelaltermarkt.

Das Innere der Kathedrale

Heimreise

Eigentlich hatten wir vor, noch eine Übernachtung in der Nähe der belgischen Grenze zu machen. Aber dann läuft der Verkehr sehr entspannt und das Wetter ist sonnig, so dass wir die 736 Kilometer bis nach Haus einfach durchfahren.

Unnützes Wissen 

Gefahrene Kilometer2.497 Kilometer gefahren
Übernachtungen11 Übernachtungen
ReisezeitJuni / Juli 2022
Wanderungen
Wilde Tiere1 „Toller“ (Nova Scotia Duck Tolling Retriever), 1 zotteliger Esel
Lagerfeuer
Kniffel-PartienKniffel: Susanne 2 : 1 Denis
Boule: Susanne 13 : 8 Denis

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