Zubehör

Solartasche für den Bulli

Unser Bulli hat serienmäßig zwei zusätzliche Batterien mit je 75 Ah. Eine davon unter dem Fahrersitz und eine weitere im Heckschrank. Damit sind wir bisher zwei Tage/Nächte gut ausgekommen. Länger als drei Nächte wird die Kapazität allerdings nicht reichen. Das sollte so im Normalfall passen, da wir eigentlich nicht so lange an einem Ort bleiben wollen. Wenn es dann aber doch mal vorkommt, dass man ein paar Tage dranhängen möchte, sind wir auf Landstrom angewiesen. Der ist meist teuer und es gibt auch Stellplätze, bei denen man gar keinen Strom bekommen kann. Die Lösung dafür ist eine Solaranlage.

Fest montiert oder lieber flexibel?

Eine Solaranlage verlängert, bei gutem Wetter, die mögliche Standzeit doch erheblich. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: eine (oder mehrere) fest montierte Solarzellen auf dem Dach oder eine Solartasche, die nur bei Bedarf angeschlossen wird.
Eine feste Lösung hat den Vorteil, dass sie quasi immer Strom produziert. Dafür ist die Montage aufwändiger und die Fahrzeughöhe ändert sich. Und wenn ich mit dem Bulli im Schatten stehe, produziert die Anlage natürlich weniger Strom als in der Sonne.
Eine flexible Lösung in Form einer Solartasche muss man zwar jedes Mal auspacken und anschließen, dafür kann man sie aber nach der Sonne ausrichten und so eine maximale Leistung erzielen. Und der Bulli, ein langes Kabel vorausgesetzt, kann im Schatten stehen bleiben.
Daher haben wir uns für eine 80 Watt-Solartasche von Offgridtec* entschieden. Ist zudem auch noch günstiger als eine fest montierte Anlage.

Der Laderegler

Mit der Solartasche ist es aber nicht getan. Der erzeugte Strom muss irgendwie in die Batterien eingespeist werden. Dafür benötigt man noch einen Laderegler. Diese sind inzwischen sehr effizient und holen auch bei bedecktem Wetter das Optimum aus den Solarzellen heraus. Unsere Wahl fiel auf einen MPPT-Laderegler von Victron-Energy*. Dieser hat auch noch Reserven, falls wir uns später mal für ein größeres Solarpanel entscheiden sollten. Zusätzlich hat der Laderegler eine Bluetooth-Schnittstelle, mit der man über das Smartphone den aktuellen Status abrufen kann.

Unser MPPT-Solarladeregeler von Victron Energy

Das Solar-Set

Das Set besteht aus der Solartasche, dem Laderegler und einem Batterie-Anschlusskabel mit Klemmen*. Da wir den Laderegler fest im Bulli verbauen wollen, benötigen wir noch ein ein Batterie-Anschlusskabel mit Ringösen*.

Das Solar-Set (die Klemmen auf der linken Seite brauchen wir nicht, sind immer dabei)

Einbau unter dem Fahrersitz

Als Einbauort bietet sich der Platz unter dem Fahrersitz, direkt bei einer der Zusatzbatterien an. Alternativ kann man den Laderegler auch bei der zweiten Batterie hinten im Schrank montieren.

Der Einbau ist prinzipiell auch für Laien recht schnell erledigt (Aber Achtung: Wir übernehmen natürlich keine Gewähr für den hier beschriebenen Einbau! Wer sich das nicht zutraut, sollte besser zu einem Fachbetrieb gehen.) Dafür muss erst den Fahrersitz losgeschraubt werden. Dieser ist nur mit zwei Muttern vorne und zwei Schrauben hinten (je 13er Schlüsselweite) am Sitzkasten verschraubt.
Jetzt könnte man den Sitz grundsätzlich entfernen. Allerdings hängt der Sitz mit zwei Kabeln noch an der Elektronik im Sitzkasten. Einmal das Kabel für die Sitzheizung und einmal das Kabel für den Seitenairbag. Die sollte man keinesfalls lösen, da der Airbag dann in der Werkstatt neu kodiert werden muss. Also den Sitz nur angehoben und zur Seite gelehnt. Man kommt auch so überall gut dran.

So sieht es unter dem Fahrersitz aus

Nun gilt es eine geeignete Einbauposition zu finden. Wir entscheiden uns für die Seitenwand des Sitzkastens neben der Batterie. Dort wird der Solarladeregler mit 3M Dual-Lock Klettband* festgemacht. Aber erstmal die Anschlüsse herstellen. Ist auch kein Hexenwerk: einmal das Kabel für die Solartasche mit je Plus und Minus anschließen, und dann noch das Kabel zur Batterie ebenfalls mit Plus und Minus festschrauben. Die Stecksicherung aus dem Batteriekabel habe ich vorher entfernt, damit es nicht zu ungewollten Kontakten kommt.

Dann muss noch die Batterieabdeckung entfernt werden, damit man an den Plus-Pol rankommt.

Geöffnete Batterieabdeckung

Dann erst das Plus-Kabel an der Batterie festschrauben und danach das Minus-Kabel an einem Massepunkt. Warum nicht an den Minus-Pol der Batterie? Ganz einfach: das würde grundsätzlich funktionieren, aber das Camper Bedienteil (das Display, über das Standheizung, Kühlbox etc. gesteuert werden) könnte die Ladung nicht anzeigen. So geht die Ladung über einen Messwiderstand und kann im Display verfolgt werden.

Der verkabelte und angeschlossene Solarladeregler

Zu guter Letzt muss der Laderegler nur noch an seinen Platz. Der Spalt neben der Batterie ist ganz schön schmal. Vor allem, da das Klettband auch noch mit rein muss. Irgendwann ist er aber drin und fest an seinem Platz. Das doch sehr lange Batteriekabel verlegen wir in einer Schleife hinter der Batterie und befestigen es mit einem Kabelbinder am Sitzkasten.

Der Laderegler an seinem Bestimmungsort

Der Anderson-Stecker für die Solartasche kommt dann vorne am Sitzkasten heraus und wird da noch mit zwei kleinen Streifen Klett befestigt. So klappert der während der Fahrt nicht herum und liegt auch nicht im Weg.

Anderson-Stecker vorn am Fahrersitz
Befestigung mit 3M Dual-Lock

Jetzt nur noch die Batterieabdeckung wieder drauf, die Sicherung in das Batteriekabel einstecken und den Sitz festschrauben.

Wir machen Strom

Sobald die Sicherung steckt, startet der Laderegler, wird bereits über die passenden App gefunden und kann konfiguriert werden. Hier ist nur die Eingabe des Batterietyps notwendig. Ist beim VW California AGM.
Dann der große Moment: die Solartasche wird angeschlossen und aufgeklappt. Und siehe da: wir produzieren Strom!

Die Solartasche in Aktion
Immerhin 68 Watt

Wir sind gespannt, wie sich das Setup im nächsten Urlaub schlägt.

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