Zubehör

Isolierung Aufstelldach

Das Aufstelldach des VW California besteht im Grunde genommen nur aus einem dicken Kunstfaser-Zeltstoff. Der hält zwar ein wenig Wind ab, aber bei Kälte muss der Stoff natürlich passen. Mit der Standheizung bekommt man den Bulli gut warm, doch im Obergeschoss kann die Wärme dann auch schnell wieder raus. Um das zu verhindern gibt es viele Möglichkeiten. Eine sehr verbreitete Idee ist es, eine Art Haube über das ganze Dach zu stülpen. Damit hat man dann zwei Lagen Stoff, bei denen der Zwischenraum für eine gewisse Isolierung sorgt. Diese Hauben, oder Calicaps, sind mit gut 300 bis 500 Euro recht teuer. Und da wir (noch) eher Schönwetter-Camper sind, wollten wir (noch) nicht so viel Geld ausgeben.

Selbstgemacht

Da passte es dann ganz gut, dass ich auf Instagram einen Post gesehen habe, bei dem sich ein Cali-Fahrer eine Isolierung für das Aufstelldach selber gebaut hat. Und die Isolierung ist dann sogar noch sehr effektiv.
Im Prinzip besteht sie aus eine einfachen Luftpolsterfolie*, die auf beiden Seiten mit Aluminium beschichtet ist. Diese Folie wird dann um die Zeltbahn des Aufstelldachs gelegt. Die beiden Enden überlappen ein wenig und halten mit Klettband* aneinander. Klingt gut und wird nachgebaut.

Da die Anleitung für einen California Ocean mit elektrischem Dach erstellt wurde, basteln wir vor dem eigentlichen Zuschnitt der Isolierfolie eine Schablone aus Papier.

Schablone aus Papier

Wir haben nämlich einen California Coast mit manuellem Dach. Und da ist der Öffnungswinkel ein klein wenig geringer. Also erstellen wir mit Resten einer Papiertischdecke für Bierzeltgarnituren ein Muster und passen es am Bulli an.

Erste Anprobe der Schablone

Das sieht schon mal so aus, als wenn das passen könnte. Daraufhin trauen wir uns, die Maße aus der Anleitung so auf die Folie zu übertragen.

Die erste Anprobe zeigt dann, dass doch vorne oben und unten je ca. 1,5 cm abgeschnitten werden müssen. Danach sitzt die Folie einwandfrei.

Da muss wohl noch etwas abgeschnitten werden…
Jetzt passt es!

Um die Kanten zu schonen, werden diese dann noch mit Gewebeklebeband* (auch bekannt als „Panzerband“ oder „Duct Tape“) geschützt. Und zu guter Letzt kommen an die Enden der Folie noch drei Streifen Klettband* als Verschluss.

Fertig montierte Isolierung mit Sturmsicherung

Montage

Die Montage einer immerhin über sieben Meter langen Folie ist natürlich nicht ganz so einfach. Aber wenn man das zwei- dreimal gemacht hat, geht das in knappen drei Minuten. Am besten macht man das zu zweit und fängt an der Front an. Dann die Seitenteile hinter die Mechanik fummeln und hinten zusammenkletten. Fertig!

Kleiner Tipp: wir haben uns auf der Folie mit einem Stift die Oberseite und die Ecken der Front markiert. Dann klappt das Ausrichten der Folien wesentlich einfacher.

Der kleine Pfeil und zwei seitliche Striche erleichtern das Ausrichten

Sturmsicherung

Bei starkem Wind kann die Folie natürlich etwas flattern. Aber auch dafür gibt es eine Lösung: einfach ein Gummiseil* mit einem Karabiner* versehen und mittig um die Folie legen. In der Anleitung wird eine Länge des Seils von 5,5 Metern empfohlen. Das klappt zwar, aber die Folie wird dann schon sehr stark an den Dachbalg gedrückt. Daher habe ich noch einen Meter ergänzt. Damit liegt die Folie dann trotzdem noch sicher an.

Sturmsicherung mittels Gummiseil und Karabinerhaken

Aufbewahrung

Aufbewahrt wird die Isolierung ganz einfach aufgerollt. Und damit die Rolle nicht wieder aufgeht, habe ich einen zusätzlichen Streifen Klettband* aufgebracht, über den die Rolle dann verschlossen wird.

Ein zusätzlicher Klettstreifen sorgt für den sicheren Verschluss bei Nichtgebrauch

Fazit

Nach der ersten Nutzung auf unserem Kurztrip nach Telgte bei Münster (Bericht folgt noch) bei knapp über 0 Grad (Nacht-) Außentemperatur war es im Aufstelldach immerhin gut 14 Grad warm. Die Standheizung lief dabei nur auf Stufe 3 (von 10). Das ist mit dicken Schlafsäcken gut auszuhalten.

Unser Bulli mit Isolierung auf einem Bauernhof in Telgte bei Münster (die Frontscheibenabdeckung ist von Brandrup)

Für etwa 50 bis 60 Euro Materialkosten (wenn man Klebeband* und einen Karabiner* im Fundus hat) und einer knappen Stunde Arbeit bekommt man eine gut funktionierende Isolierung, die auf jeden Fall gerade für die Übergangszeit im Frühling und Herbst die Camping-Saison etwas verlängern kann.

Natürlich nimmt die Rolle doch etwas mehr Platz ein als zum Beispiel ein Calicap, welches noch zwischen die Stühle in der Heckklappe passt. Daher werden wir die Isolierung wohl nur zu Kurztrips mitnehmen, wo wir meist mit etwas weniger Gepäck unterwegs sind.

4 Kommentare

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert