Kurztrips

Zürich im Frühling

Wohin kann man im Frühling für einen Kurzurlaub fahren, wenn es nicht eines der klassischen Städteziele sein soll? Die, wahrscheinlich nicht am nächsten liegende, Antwort lautet: Zürich! Hätte ich nicht in diversen Magazinen und Blogs immer wieder mal von Zürich als Reisetipp gelesen, wär ich wohl nicht von selbst auf die Idee gekommen. Aber Zürich scheint eine schöne Mischung aus Shopping, Sightseeing und Entspannung zu bieten, also sozusagen das Rundum-Komplett-Paket.

Unser Hotel in Zürich

Da wir mit dem Auto anreisen, benötigen wir einen Parkplatz. Parkhäuser, in denen man das Auto mehrere Tage unterstellen kann, sind in Zürich rar und sehr teuer. Auch die Lage des Hotels ist wichtig, da wir Städte am liebsten zu Fuß erkunden, was nicht so gut funktioniert, wenn das Hotel zu weit außerhalb liegt. Mittendrin im Trubel muss es aber auch nicht sein. 

Letzten Endes haben wir uns für das Hotel Hottingen entschieden. Nur wenige Gehminuten von der Altstadt, dem Zentrum sowie dem Zürichsee entfernt, Parkplatz für günstige 15 CHF pro Tag, und eine Tram-Haltestelle fast vor der Tür gibt es auch noch – falls man doch mal den ÖPNV nutzen möchte. 

Wir haben ein etwas größeres Comfort Zimmer gebucht. Das Zimmer lag im 4. Stock und war sehr nett eingerichtet, sehr hell und sehr sauber. Insgesamt also eine sehr gute Wahl. Ich kann das Hotel Hottingen guten Gewissens weiterempfehlen.

Innenstadt

Wie gesagt, liegt das Hotel ganz in der Nähe der Innenstadt. Und so machen wir uns, nachdem wir eingecheckt haben, auch direkt auf den Weg. Erste Station ist der Sechseläutenplatz, wo der Zürichsee in die Limmat fließt. Am einen Ende des Platzes befindet sich die Oper, weshalb der Platz von den Einheimischen auch einfach nur „Opernplatz“ genannt wird. Überall auf dem Platz verteilt stehen Stühle, die man einfach nutzen kann, zum Beispiel um sich mit anderen zu treffen, einen Kaffee zu trinken oder ein leckeres Eis von Raffael’s 1989 zu genießen. 

An der Limmat mit Blick auf Großmünster und die Altstadt

Bahnhofstraße

Über die Quaibrücke geht es zum Bürkliplatz, wo regelmäßig ein Wochenmarkt stattfindet, und zur Bahnhofstraße, eine der teuersten und exklusivsten Einkaufsstraßen der Welt. Hier reihen sich die Läden der großen Designer und Uhrenhersteller aneinander. Kein Wunder, denn hier sitzt auch das Geld: die Bahnhofstrasse führt vorbei am Zentrum der Schweizer Banken rund um den Paradeplatz. 

Altes Bankhaus in der Nähe der Bahnhofstraße

Altstadt

Wir belassen es beim Schaufenster-Bummel und biegen in die Altstadt ab. Diese erstreckt sich zu beiden Seiten der Limmat. An die Bahnhofstrasse schließt sich das Oberdorf mit seinen verwinkelten Gassen rund um die Kirchen St. Peter und Fraumünster an. 

Im Chor des Fraumünster kann man – gegen 5 CHF Eintritt – die fünf Fenster sowie eine Rosette, die von Marc Chagall für die Kirche gefertigt wurden, besichtigen. Die Fenster leuchten geradezu, wenn die Sonne darauf scheint, und geben dem Kirchenraum eine ganz tolle Atmosphäre. 

Fenster von Marc Chagall in Fraumünster

Apropos Farben: in kaum einem Reiseführer erwähnt, aber absolut sehenswert ist die Blüemlihalle im Gebäude der Zürcher Stadtpolizei. Die Deckenfresken wurde von Augusto Giacometti erschaffen, der sich unter anderem auch mit Fenstern in Fraumünster, neben Chagall, sowie in Großmünster verewigt hat. Die Malereien bestehen aus farbenprächtigen Blumen- und geometrischen Mustern sowie Szenen aus Wissenschaft und Handwerk. Es wird wenige Polizeiwachen auf der Welt geben, deren Eingangshallen so einladend und freundlich sind. 

Blüemlihalle in der Polizeistation

Abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten

Wir entdecken die Blüemlihalle im Rahmen einer sehr unterhaltsamen Stadtführung, die wir über Airbnb gebucht hatten. Unsere sympathische Stadtführerin Samantha führt uns bei einem entspannten Spaziergang durch die Altstadt zu Spots, die nicht in jedem Reiseführer nachzulesen sind. Zum Beispiel eben die Blüemlihalle oder auch der Abstecher in die „Unterwelt“ des Lindenhofs. Die zwei Stunden vergehen wie im Flug, und wir sind danach um jede Menge Wissen, Geschichten und Tipps rund um Zürich und seine Sehenswürdigkeiten reicher. 

Abstecher in die Unterwelt von Zürich

Niederdorf

Am rechten Ufer der Limmat befindet sich das Niederdorf, sozusagen der zweite Teil der Altstadt. Hier gibt es in den Gassen viele kleine Geschäfte zu entdecken, außerdem jede Menge Restaurants, Cafés und Bars. Und das alles zu etwas erträglicheren Preisen als im Oberdorf. 

Altstadtgasse im Niederdorf

Am Rande der Altstadt befindet sich das Wahrzeichen von Zürich, die Kirche Grossmünster, deren zwei Türme man gefühlt von jedem Ort der Stadt aus sieht. Der Karlsturm kann bestiegen werden, und bietet auf der Plattform in 50 Metern Höhe einen wunderbaren Blick auf die Stadt und den See.

Blick auf Großmünster

Zürichsee

Nach dem Bummel durch die Altstadt kann man entlang der Limmat zum Zürichsee schlendern. Vom Bürkliplatz aus gibt es bei schönem Wetter einen tollen Blick auf das Alpenpanorama. Wir können die Berge leider nicht sehen. Das Wetter ist zwar super mit 20 Grad und strahlendem Sonnenschein. Aber es liegt ein leichter Dunst über dem See, der auch den Blick auf die Alpen verhüllt.

Sonnenuntergang am Zürichsee

Genießen kann man den See trotzdem, zum Beispiel bei einem Spaziergang an der Uferpromenade. Am Westufer geht es etwas ruhiger zu als am Ostufer. Dort scheint sich bei schönem Wetter ganz Zürich zu treffen. Wir mischen uns auch darunter und genießen die schöne Atmosphäre bei einem Glas Wein und Bier. 

Uetliberg

Wer ein bisschen Abwechslung von der Stadt haben möchte, sollte einen Ausflug auf den Uetliberg, den Hausberg von Zürich, machen. Wir fahren mit der Tram bis zur Bergstation auf 814 m ü.M.. Von dort geht es zu Fuß bis zum Uto Kulm, dem Gipfel, auf 871 m ü.M.. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick über die Stadt und den See, bis zu den Alpen.

Blick vom Uetliberg auf den Zürichsee

Es gibt hier außerdem ein großes Wegenetz, sowohl für kurze Spaziergänge als auch für längere Wandertouren. Und für die Mountainbiker gibt es extra angelegte Biketrails für den Weg ins Tal. 

Mammutbaum-Allee am Uetliberg

Fazit

Zürich hat noch sehr viel mehr zu bieten als die hier beschriebenen Highlights, und ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Die erwartete Mischung aus Shopping, Sightseeing und Entspannung haben wir in vollen Zügen genossen. Natürlich hat auch das Wetter mit über 20 Grad und Sonne von morgens bis abends mitgespielt – und das Ende März! Und die Menschen sind sehr freundlich und entspannt. Also ein rundum gelungener Kurzurlaub im Frühling in Zürich!

2 Kommentare

  • Denis Bryce

    Naja, für eine Städtetour ist ein Hotel in Innenstadtnähe schon ganz praltisch. Und der Bulli braucht auch mal einen Pause. 🙂

    Und natürlich Danke für Dein Lob!

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