Reisen

Spanische Atlantikküste – Vom Baskenland bis Galicien

Nachdem wir die ersten Tage unserer großen Tour an der französischen Atlantikküste verbracht haben, geht es nun weiter nach Spanien.

San Sebastián

Von unserer letzten Station in Frankreich, Saint-Jean-de-Luz, ist es nur einen Katzensprung über die Grenze in den spanischen Teil des Baskenlands und nach San Sebastián.

Stadtstrand und Altstadt von San Sebastián

Mit dem Bulli in Städten zu parken, kann manchmal etwas herausfordernd sein. In San Sebastián grenzt es fast an Unmöglichkeit. Es gibt im Prinzip nur Parkhäuser, die allesamt sehr niedrig und eng sind. Parkplätze im Freien, die man als Nicht-Anwohner nutzen darf, sind sehr rar. Nach fast einer Stunde Gekurve durch die Stadt finden wir dann aber doch einen Parkplatz in der Rodil Kalea, wo es einige öffentliche Parkbuchten gibt. Und die ersten zwei Stunden sind hier sogar umsonst!

Eine Gasse in der Altstadt von San Sebstián

Von dort sind es etwa 20 Gehminuten bis zur Altstadt. Wir schlendern durch die Gassen, und gönnen uns in einer Bar ein paar typisch baskische Pintxos.

Eine Auswahl typisch baskischer Pintxos

Die Nacht verbringen wir auf dem Campingplatz Itxaspe, ganz in der Nähe einer kleinen Steilklippe in einem Geopark. Der Platz liegt zwar etwas abseits der Autobahn, aber ungefähr auf halber Strecke zwischen San Sebastián und Bilbao, das wir am nächsten Tag besuchen.

Stellplatz unter Bäumen mit Blick aufs Meer

Bilbao

Für das Parken in Bilbao haben wir einen Tipp der Campingplatz-Betreiber erhalten: an der Stierkampfarena gibt es einen großen Parkplatz, der auch Plätze für größere Fahrzeuge bietet. Die Arena liegt sehr zentral in der Stadt, so dass man alle Sehenswürdigkeiten schnell zu Fuß erreicht. Noch dazu ist das Parken dort mit 1,80€ pro Stunde extrem günstig.

Stadthaus in Bilbao

DIE Attraktion von Bilbao ist das Guggenheim Museum. Direkt vor dem Eingang begrüßt „Puppy“ von Jeff Koons die Besucher.

„Puppy“ von Jeff Koons

Auf der dem Fluss zugewandten Seite des Museums befinden sich weitere Skulpturen wie zum Beispiel „Tulips“ – ebenfalls von Jeff Koons – oder auch „Tall Tree & Eye“. Und natürlich „Maman“, die Riesenspinne, von Louise Bourgeois. Nicht nur aufgrund ihrer Höhe von fast neun Metern sehr beeindruckend.

„Maman“ von Louise Bourgeois

Es lohnt sich bestimmt auch ein Besuch der Wechsel- und Dauerausstellungen des Museums. Wir entscheiden uns aber dagegen und erkunden lieber noch ein bisschen die Altstadt von Bilbao.

Picos de Europa

Unser nächstes Ziel sind die „Picos de Europa“, ein Gebirgszug, der sich über Provinzen von Asturien, Kantabrien und León erstreckt. Die Fahrt dorthin dauert relativ lange, auch weil es den letzten Teil der Strecke über enge, kurvige Straßen geht, die viel Zeit beanspruchen.

Picos de Europa

Wir steuern „Camping La Isla Picos Europa“ in Potes an. Potes ist ein nettes, wenn auch touristisches Dörfchen in der Osthälfte des Nationalparks. Ein Bummel durch die paar Gassen lohnt sich aber trotzdem.

Altstadt von Potes

Zum Wandern stellt sich Potes allerdings als der falsche Ausgangspunkt heraus. Dafür fährt man besser nach Fuente Dé, wo es eine Seilbahn auf einen der Berge gibt. Caín, im Westteil des Parks gelegen, soll auch ein guter Startpunkt für Wanderer sein.

Wir verbringen den Tag aber trotzdem mit einer kleinen Wanderung. 3 – 4 Kilometer oberhalb des Orts liegt das Kloster Santo Toribio de Liébana sowie die dazugehörige Kapelle „Ermita de San Miguel“ mit einer tollen Sicht auf die Berge. Von dort geht es den Berg wieder runter nach Potes, und nach einem leckeren Mittagessen mit Sidra zurück zum Campingplatz.

Kapelle „Ermita de San Miguel“

Nachdem wir also anscheinend dieses Mal keine gute Wahl beim Zielort getroffen haben, und der Campingplatz auch etwas „rustikal“ ist (zumindest was sie Sanitäranlagen betrifft), verbringen wir hier nur zwei Nächte.

Waschtag auf dem Campingplatz

Barreiros

Es zieht uns wieder in Richtung Küste. Und in Barreiros, wo sich acht traumhafte Strände aneinanderreihen, finden wir auch wieder einen tollen Campingplatz. „A Gaivota“ liegt direkt am Meer, ist mit ungefähr 40 Stellplätzen angenehm klein, und verfügt über ordentliche Sanitäranlagen sowie ein tolles kleines Restaurant mit sehr freundlichen Menschen. Genau das, was wir nach der leichten Enttäuschung in Potes brauchen.

Küste bei Barreiros

A Coruña

Trotzdem fahren wir schon am nächsten Tag weiter nach A Coruña. Die Stadt interessiert uns ehrlicherweise nicht so sehr. Aber den Herkules-Turm, den „Torre de Hércules“, wollen wir besichtigen. Es handelt sich um den ältesten, noch in Betrieb befindlichen Leuchtturm in Europa. Der ursprüngliche Turm wurde von den Römern um das 2. Jahrhundert n. Chr. erbaut, 1789 wurde das Gebäude restauriert und das Leuchtfeuer modernisiert.

Herkules-Turm in A Coruña

Bis zur Plattform unterhalb des Leuchtfeuers kann man für ein kleines Eintrittsgeld aufsteigen, und einen Rundumblick über die Atlantikküste sowie die Stadt werfen.

Irgendwie haben wir in Spanien kein allzu gutes Händchen bei der Wahl der Campingplätze. Da wir, bevor wir nach Portugal fahren, unbedingt noch nach Fisterra wollen, die Strecke von A Coruña aus aber zu lang ist, übernachten wir noch einmal südlich von A Coruña bei „Os Delfins“ in Carballo.

Auch hier leider wieder sehr rustikale Sanitäranlagen. Aber das durchaus ganz ordentliche Restaurant des Platzes sowie die spektakulären Wellen am Strand reißen es wieder etwas raus.

Brandung am Strand von Carballo

Cabo Fisterra

Aber am nächsten Mirgen geht es schnell weiter zum Cabo Fisterra oder auch Kap Finisterre, Als man noch davon ausging, dass die Erde eine Scheibe sei, wurde das Kap als ihr westlichster Punkt und damit das Ende der Welt angesehen.

Leuchtturm am Ende der Welt

Wie es sich an solch einem Ort gehört, ist es sehr windig und der Himmel wolkenverhangen. Genau die richtige Atmosphäre! Das Kap ist im übrigen für viele Pilger das eigentliche Ende des Jakobswegs. Von Santiago de Compostela aus sind es nochmal 87 km zum Kilometer 0 des Camino.

Ende des Jakobswegs am Cabo Fisterra

Für uns bedeutet das Cabo Fisterra auch eine Art Ende, nämlich von unserem Reiseabschnitt entlang der spanischen Atlantikküste. Wir haben alle Küstenregionen vom Baskenland über Kantabrien, Asturien bis nach Galicien durchfahren.

Unser Fazit

Unser Fazit fällt eher durchmischt aus. Es gibt viele schöne Gegenden und Städte, die Menschen sind sehr nett und freundlich. Aber trotzdem hat es uns nicht mitgerissen und ist mehr eine Durchgangsstation auf dem Weg zum eigentlichen, großen Ziel unseres Roadtrips geblieben: Portugal! Und dahin geht es nun weiter.

Unnützes Wissen

Gefahrene Kilometer1.281 Kilometer gefahren
Übernachtungen5 Übernachtungen
ReisezeitMai 2022
Wanderungen1 (11 Kilometer, 240 Höhenmeter)
Wilde Tiere1 Hund aus Blumen & 1 Eisenspinne
Lagerfeuer
Kniffel-PartienDenis 2 : 1 Susanne

4 Kommentare

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.